Neue Förderrichtlinie klimafreundliches Bauen mit Holz

Die Richtlinie „Förderung des Klimafreundlichen Bauens mit Holz“ wurde heute im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt am 04.03.2021 in Kraft. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen ab sofort bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) einreichen.

Für die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Holzbaubranche (einschl. Holzbauplaner) ist die beschleunigte Einführung und Verbreitung moderner Technologien notwendig, um angesichts des rasanten technologischen Wandels hin zu Anwendungen im Bereich Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten und damit ein angemessenes wirtschaftliches Wachstum und einen hohen Beschäftigungsstand zu sichern. Dabei werden zunehmend Aspekte der Material- und Energieeffizienz sowie zur Integration von Umwelt- und Ökobilanzdaten in den Geschäftsprozess relevant. Gleichzeitig stellen die steigende Nachfrage und der Bedarf nach komplexen Bauvorhaben (z. B. im Bereich des mehrgeschossigen Wohnungsbaus) die Unternehmen vor neue Herausforderungen: Sie erfordern neben technologischen Veränderungen zudem eine Anpassung von Strukturen und Kapazitäten im Bereich des traditionellen Holzbaus.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist sich dieser enormen Herausforderungen bewusst, die es in unterschiedlichem Ausmaß von der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen gilt. Aus diesem Grund hat sich das BMEL zum Ziel gesetzt, unterstützende Maßnahmen im Wald- und Holzbereich anzubieten. Die Förderung ist eingebettet in das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung und soll neben der Konjunkturbelebung positive Lenkungswirkung in den Zukunftsthemen Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz entfalten.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen unterstützen oder solche, die zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führen.
Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Aspekte der Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zur Nutzung von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik beim seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Weitere Informationen, die Förderrichtlinie und die Antragsformulare auf https://www.fnr.de/projektfoerderung/klimafreundliches-bauen-mit-holz

Thema beim Hamburger Holzbauforum: Waldzustandsbericht 2020

In jährlichen Stichprobenerhebungen wird für den Waldzustandbericht der Kronenzustand deutscher Wälder bewertet. Dadurch können Veränderungen und Risiken erkannt und wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes getroffen werden.

Neben den Veröffentlichungen in der Presse zum “Waldzustandsbericht 2020” war der Zustand des deutschen Waldes auch Thema des Hamburger Holzbauforums “Zukunft mit Holzbau” mit 260 Teilnehmern am 24.02.2021.

Prof. Dr.-Ing. Annette Hafner, DGNB-Auditorin und Professorin für Ressourceneffizientes Bauen in der Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Alain Paul vom Verband Deutscher Forstbaumschulen e.V., Holzbauunternehmer Tillmann Schütt von Gebr. Schütt KG und Holzhändler Bernd Jorkisch von Bernd Jorkisch GmbH & Co. KG diskutierten engagiert und trotzdem zuversichtlich über die Zukunft des Waldes, auch als Ressourcen für den hiesigen Holzbau.

Zur weiteren Information:

Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,4 Millionen Hektar) ist mit Wald bedeckt. Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (25 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent). (Quelle: Kohlenstoffinventur 2017). Der Kronenzustand hat sich 2020 im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr weiter verschlechtert.

Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten 2018 – 2020 hat verbreitet dazu geführt, dass die Blätter vorzeitig abgefallen sind. Bei der Fichte begünstigte sie, dass sich Borkenkäfer weiter massenhaft vermehren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Absterberate nochmals gestiegen. Vor allem unsere alten Wälder (>60 Jahre) sind betroffen.

Weitere Informationen und die Waldzustandsberichte des Bundes und der Länder unter https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html

Hochschulpreis Holzbau 2021 ausgelobt

Holzbau Deutschland und die Holzbau Deutschland Leistungspartner haben den Hochschulpreis Holzbau 2021 ausgelobt. Seit über fünf Jahren richtet sich diese Auszeichnung an die Lehrenden in den Bereichen Architektur und Bauwesen.
In einem retrospektiven Verfahren zeichnet die aus Vertretern der Lehre, der Industrie und des Bauministeriums bestehende Jury herausragende Beispiele für die Anwendung von nachwachsenden Rohstoffen aus. Mit dem Hochschulpreis werden Studierende der Architektur und des Bauingenieurswesens gewürdigt, die sich in herausragender Weise mit den bauphysikalischen, konstruktiven und architektonischen Möglichkeiten des Baustoffs Holz auseinandersetzen. Eingereicht werden können Entwürfe von Bauwerken, die überwiegend aus Holz und Holzwerkstoffen sowie weiteren nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Die einzureichenden Studienarbeiten müssen im Zeitraum vom Sommersemester 2019 bis zum Sommersemester 2021 entstanden sein. Eingereicht werden können Entwürfe von einzelnen Studierenden oder von Arbeitsgemeinschaften. Jeder Lehrstuhl einer deutschen Hochschule kann bis zu drei Arbeiten zur Jurysitzung auf Bundesebene einreichen.

Die Einreichung ist ausschließlich online möglich. Stichtag ist Freitag, der 30. Juli 2021.

Weitere Informationen unter www.hochschulpreis-holzbau.de

Schumacher Quartier und Bauhütte 4.0 beim Hamburger Holzbauforum

Mit der Bauhütte 4.0 entsteht in Berlin TXL – The Urban Tech Republic ein Innovations- und Produktionsstandort für eine digitalisierte Wertschöpfungskette „Wald zu Stadt“. Die in der Bauhütte 4.0 entwickelten Baukonzepte und produzierten Bauelemente finden ihren Platz in den benachbarten Wohngebäuden.

Das Schumacher Quartier mit über 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen soll ein Modellquartier für urbanen Holzbau werden. Schon die Gebäude des ersten Bauabschnitts sollen mit einem Holzanteil von mindestens 50 Prozent entstehen. Dabei sollen verschiedene etablierte und experimentelle Bautypen umgesetzt werden. In den weiteren Bauabschnitten soll der Holzanteil sukzessiv gesteigert werden.

Der Begriff Bauhütte 4.0 bezieht sich auf die lange Zeit der Bauhüttenbewegung und den sozialen Wohnungsbau im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts. Partner der Bauhütte 4.0 sind die Tegel Projekt GmbH, das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) sowie das Fachgebiet Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung der TU Berlin.

Die Tegel Projekt GmbH ist interessiert an weiteren Partnern aus der Holzbau-Branche und freut sich über eine rege Beteiligung von Investoren und Bauherren bei den zukünftigen Konzeptausschreibungen der Baugrundstücke,.

Weitere Informationen zum Holzbau im Schumacher Quartier und zur Bauhütte 4.0 finden sich unter https://www.schumacher-quartier.de/das-projekt/urbaner-holzbau.html

Deutscher Holzbaupreis 2021: Einreichungsfrist verlängert

***AKTUALISIERUNG***

Aufgrund der Verschiebung der LIGNA.21 in den Herbst 2021 wird die Frist zur Einreichung von Projekten für den Deutschen Holzbaupreis bis einschließlich 23. Mai 2021 verlängert. 

Ab sofort können Interessenten ihre Bewerberprojekte um den Deutschen Holzbaupreis 2021 einreichen. Auf der jetzt freigeschalteten Website www.deutscher-holzbaupreis.de sind alle Informationen zu den Kriterien, dem Bewerbungsverfahren und der Vergabe des renommierten Deutschen Holzbaupreises hinterlegt. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat lobt Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes den Deutschen Holzbaupreis 2021 aus. In Zusammenarbeit mit weiteren Branchenpartnern der deutschen Forst- und Holzwirtschaft sowie den Holzbau Deutschland Leistungspartnern wird der Deutsche Holzbaupreis unter der Marke des INFORMATIONDIENST HOLZ vergeben.

Mit dem Deutschen Holzbaupreis werden realisierte Gebäude und Gebäudekomponenten, die überwiegend aus Holz und Holzwerkstoffen sowie weiteren nachwachsenden Rohstoffen bestehen, ausgezeichnet. Sie zeigen zudem, welche vielfältigen und unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten bestehen, den Baustoff Holz gewinnbringend einzusetzen. Die einzureichenden Bauprojekte (Bauwerke) sollen von hoher gestalterischer Qualität sein und, im Sinne der Nachhaltigkeit, umweltfreundliche und ressourcensparende Aspekte berücksichtigen. Die Auslobung erfolgt in den Kategorien Neubau, Gebäude im Bestand sowie innovative Planungs- und Baukonzepte.

Am Deutschen Holzbaupreis können Architekten, Tragwerksplaner und Bauherren sowie Holzbauunternehmen, die Bauwerke bzw. Bausysteme planen, entwickeln und/oder herstellen, teilnehmen. Für die Kategorie “Komponenten/Konzepte” sind zudem Einzelpersonen, Arbeitsgruppen, Institutionen aus Forschung, Entwicklung und Lehre oder Betriebe und Unternehmen aufgerufen, ihre Projekte einzureichen. Voraussetzung ist, dass die eingereichten Projekte zwischen Februar 2019 und dem Abgabetermin in Deutschland fertiggestellt bzw. erforscht und entwickelt wurden. Die Frist zur Einreichung von Projekten für den Deutschen Holzbaupreis endet nunmehr am 23. Mai 2021. Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Die Bewertung der eingereichten Projekte übernimmt eine unabhängige Fach-Jury, der sowohl namhafte Architekten als auch Branchenvertreter angehören.

Der renommierte Deutsche Holzbaupreis wird alle zwei Jahre ausgelobt. Er gilt als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz in Deutschland. Die Preisverleihung erfolgt auf der Weltleitmesse LIGNA 2021, dem zentralen Branchentreffpunkt der Holzbe- und -verarbeitenden Industrie, die ursprünglich für den Mai 2021 geplant war, nun aber aufgrund der Corona-Situation vom 27. Sptember bis 1. Oktober 2021 stattfinden soll.

Die Preisträger des Deutschen Holzbaupreises 2021 werden in den kommenden zwei Jahren in einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fachlich und finanziell geförderten Wanderausstellung “HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR – Entwerfen, Konstruieren und Bauen mit Holz” präsentiert. Diese wird im Anschluss an ihre Eröffnung auf der LIGNA 2021 ihre Reise durch Deutschland antreten und kann kostenfrei zur Präsentation beispielsweise bei Messen, Ausstellungen, im Rahmen von Fachtagungen o.ä. bei Holzbau Deutschland ausgeliehen werden.

Alle Informationen und Unterlagen zum Deutschen Holzbaupreis 2021 finden Sie auf der Internetseite: www.deutscher-holzbaupreis.de

Förderaufruf: Anwendungsorientierte Forschungen zum mehrgeschossigen Holzbau

Mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent in Deutschland stellt der Bereich des mehrgeschossigen Wohnungsbaus in Holz bislang einen Nischenmarkt dar. Potentiale des klimafreundlichen, nachhaltigen Bauens werden damit noch unzureichend genutzt. Um entsprechende Hemmnisse beim mehrgeschossigen Bauen mit Holz abzubauen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum mehrgeschossigen Holzbau über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Bis zum 31. Mai 2021 können Projektskizzen beim Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) eingereicht werden! Mehr auf www.charta-fuer-holz.de

Holzbau bei der Online-Fachkonferenz “Effiziente Gebäude 2020” vom 3. bis 25.11.2020

Die Fachkonferenz “Effiziente Gebäude” findet 2020 erstmals online statt. Vom 3. bis zum 25. November 2020 bieten neun Online-Seminare und eine Abschlusstagung den TeilnehmerInnen die Möglichkeit sich aktiv fortzubilden und Ihr digitales Netzwerk auszubauen.

Neben den Vortragsveranstaltungen wird ein digitales Ausstellerforum und die Möglichkeit des Chats mit Referenten und Ausstellern geboten.

Weitere Informationen und Anmeldung zur gesamten Online-Tagung unter https://effizientegebaeude.de

An unterschiedlichen Terminen ist auch der Holzbau Thema:

  • 10.11.2020 – Nachhaltige Projekte vom Quartier bis zum Einzelgebäude:
    u.a. mit “Plusenergie im Praxistest – Das Newtonprojekt Berlin” | Christoph Deimel, DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH
  • 23.11.2020 – Mit Holz bauen: die Vielfalt der Möglichkeiten:
    • “Clubhaus eines Sportvereins in Holzbauweise” | Heiner Zwiebelmann, 1. Vorsitzende des SV Nettelnburg/Allermöhe & Volker Petters, BP Architekten
    • “Kindergarten in Holzbauweise” | Sabine Zippel, Mouse House GmbH & Co KG und Martin Gehrmann, Holzbau Gehrmann GmbH
    • “Neubau der euregon AG – Bürogebäude in Buchenholz” | Frank Lattke, Lattke Architekten & KEIMFARBEN
    • “Höchste Sicherheit mit Hygrobridtechnologie” | Jörg Wollnow, SIGA Cover GmbH Deutschland
  • 24.11.2020 – Nachhaltige Baustoffe im Visier – Was können Stroh und Co.?:
    u.a. mit “Die Vielfalt der Fördermöglichkeiten von nachwachsenden Baustoffen durch das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe (FPNR)” | Anne Warda, Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V.
  • 25.11.2020 – Abschlusstagung:
    u.a. mit “Gare Maritime – Moderner Holzbau belebt ehemals größten Güterbahnhof Europas” | Anders Uebelhack, ZÜBLIN Timber GmbH

 

 

Countdown im Bundeswettbewerb HolzbauPlus läuft – jetzt noch bis 1. September bewerben

Bundeswettbewerb zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen – Preise in Höhe von insgesamt 50.000 Euro ausgelobt

Bauherren, die bei Neubau und Sanierung auf Holz und weitere nachwachsende Rohstoffe sowie auf intelligente Energiekonzepte setzen, können sich jetzt noch um einen Preis beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2020 bewerben.

Der Wettbewerb wird seit 2012 alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgelobt und vom Projektträger des BMEL, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) betreut.

Es stehen Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro in Aussicht, um die sich öffentliche, private und gewerbliche Bauherren in den Kategorien „Wohnungsbau Mehrfamilienhäuser“, „Wohnungsbau Einfamilienhäuser“ und „Öffentliche und gewerbliche Bauten“ bewerben können. Erstmals ist ein „Sonderpreis für Kindertagesstätten“ ausgelobt, der sich an öffentliche und freie Träger richtet. Diese sollten neben dem Bauen oder Sanieren mit nachwachsenden Rohstoffen den Nachhaltigkeitsgedanken auch bei Ausstattung und Freiflächengestaltung, in Ernährungs- und pädagogischen Konzepten berücksichtigen.

Die zur Prämierung eingereichten Objekte müssen zwischen August 2015 und August 2020 mit Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen saniert, umgebaut oder neu errichtet und fertiggestellt worden sein. Unter anderem gehen auch Nutzungskonzept, Klimaschutzeffekte und der verantwortungsvolle Umgang mit Flächen und Ressourcen in die Bewertung mit ein.

Die ausgezeichneten Bauprojekte sollen deutliche Anreize für eine neue Holzarchitektur geben und den verstärkten Einsatz von Holz im Baubereich z. B. für eine zügige Bereitstellung von in Ballungsgebieten benötigtem Wohnraum befördern. Neben Holz sind ausdrücklich weitere nachwachsende Baustoffe bei Fassade, Dämmung und Ausbau erwünscht.

Die Bewerbungsunterlagen nimmt die FNR bis zum 1. September 2020 auf dem Postweg entgegen (Datum des Poststempels). Zuvor ist eine Online-Registrierung auf https://www.holzbauplus-wettbewerb.info/online-einreichung/ nötig.

Mehr Informationen: www.holzbauplus-wettbewerb.info

100 Millionen Euro für den Holzbau aus dem Corona-Konjunkturpaket

Bundesregierung stellt Mittel aus dem Corona-Konjunkturpaket zur Verfügung

Für die Anpassung des deutschen Waldes an den Klimawande haben Bund und Länder bereits rund 800 Millionen Euro bis 2023 aus den Finanzmitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) bereitgestellt.

Jetzt kommen nochmals 700 Millionen Euro aus dem Corona-Konjunkturpaket hinzu – und davon soll auch der Holzbau profitieren. Mit 100 Millionen Euro daraus sollen Maßnahmen zur Modernisierung der Holzwirtschaft und die Stärkung des klimafreundlichen Bauens mit Holz gefördert werden. Der Fokus soll dabei laut Bundeslandwirtschaftsministerium auf Chancen der Digitalisierung und Standardisierung bei Prozessen und Produkten, aber auch auf den Erfordernissen zur Optimierung von Verfahren und Techniken z.B. im Bereich der verstärkten Laubholzverwendung liegen. Schon seit mehreren Jahrzehnten wird der Laubholzanteil in den Wäldern kontinuierlich erhöht. Dies wird vor dem Hintergrund des Klimawandels weiter propagiert.

Auch die Länder stellen für den Umbau der Wälder und die Förderung des Holzbaus Geld zur Verfügung. So hat Nordrhein-Westfalen Mitte Juli zusätzliche Sondermittel in Höhe von 28 Millionen Euro angekündigt. Auch davon soll ein Teil “zur Stärkung der Forst- und Holzwirtschaft in den Bereichen Digitalisierung und Holzbau sowie in der Aus- und Fortbildung” verwendet werden, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte.

(https://informationsdienst-holz.de/aktuelles/details/100-millionen-euro-fuer-den-holzbau/)

Thünen Report 78: Bauen mit Holz: Viele Erfolge und noch viel Potenzial

Neuer Thünen Report gibt Überblick über Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz haben sich in den zurückliegenden Jahren spürbar verbessert. Zu diesem Schluss kommen die Autoren des jetzt vorgelegten Thünen Reports 78 zur Entwicklung der Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz in Deutschland. Zugleich bestehe weiteres Potenzial für die gesamte Holzbaubranche.

Wie die Studie hervorhebt, bekommen die Klimawirkungen von Bauprojekten bei den Auftraggebern der öffentlichen Hand einen zunehmend großen Stellenwert. Dabei gelten Klimaschutzkonzepte vor allem auf kommunaler oder Landesebene als wichtige Treiber. Auch auf Bundesebene wachsen die Bestrebungen, bei eigenen Gebäuden der öffentlichen Vorbildfunktion gerecht zu werden. Das zeigt sich etwa in der Weiterentwicklung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB).

Unverzichtbar für die Koordinierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und den Transfer von Wissen in die Praxis sind breit angelegte Initiativen wie der Dialogprozess zur Charta für Holz 2.0, bei dem Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten.

Auch das Bauordnungsrecht kann zur weiteren Entwicklung des Holzbaus beitragen. Die Gesetzgebungskompetenz liegt hier bei den Ländern. Jedes Bundesland hat eine eigene Landesbauordnung, die sich zwar an einer bundesweiten Musterbauordnung orientiert, aber länderspezifische Regelungen aufweist und in unterschiedlichem Maße den aktuellen Stand der Technik einbezieht. Mehrere Bundesländer haben dies bereits als Hemmnis erkannt und Anpassungen im Landesbaurecht vorgenommen, andere ziehen nach. Die Arbeitsgruppe “Bauen mit Holz in Stadt und Land” im Charta-Dialogprozess hat für diesen Harmonisierungsprozess wichtige Empfehlungen formuliert.

Eine weitere Herausforderung für den Holzbau – wie für das gesamte Handwerk – ist die Ausbildung von Fachkräften. Zwar ist die Zahl der Beschäftigten im Cluster Forst & Holz seit 2012 um 7,5 Prozent gestiegen, doch hängt die Situation bei den Auszubildenden stark vom jeweiligen Ausbildungsberuf ab. So gibt es für den Tischlerberuf deutschlandweit mehr Bewerber als Ausbildungsplätze, bei der Zimmerei hingegen ist die Situation regional verschie­den. Im Süden gibt es einen Bewerberüberhang, im Norden ist es umgekehrt. Um zukunftsfähig zu bleiben, muss die Branche kontinuierlich in die Mobilisierung junger Menschen investieren.

Das Thünen-Institut für Holzforschung begleitet und evaluiert den Charta-Prozess wissenschaftlich. Ziel ist es unter anderem, Lern- und Entscheidungsprozesse für die Gestaltung der Charta für Holz 2.0 zu unterstützen. Der jetzt erschienene Thünen Report 78 zur Entwicklung der Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz in Deutschland gibt einen aktuellen Überblick über die gesamte Holzbaubranche. Befragt wurden dazu 21 Experten aus allen Bereichen des Holzbaus – von Architekten über Clustermanager und Hochschul-Professoren bis hin zu Länderreferenten für nachhaltiges Bauen sowie Wirtschafts- und Umweltschutzvertreter.

Publikation: http://www.thuenen.de/de/infothek/publikationen/thuenen-report/

Quelle: https://informationsdienst-holz.de/aktuelles/details/bauen-mit-holz-viele-erfolge-und-noch-viel-potenzial/

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