Sülldorfer Landstraße 165- 173, 22589 Hamburg

Die in den 1960er Jahren errichteten, zweigeschossigen Gebäude an der Sülldorfer Landstraße entsprachen in ihrer Effizienz und Gestaltung nicht mehr den Bedürfnissen des Bauherrn. Demzufolge wurde sich dazu entschieden, die beiden sanierungsbedürftigen Mauerwerksgebäude mit Aufstockungen aufzuwerten. Der kleinere Riegel konnte um ein Geschoss erweitert werden und schafft nun Platz für vier weitere Wohneinheiten. Bei dem größeren Riegel bestand die Möglichkeit zwei Stockwerke zu ergänzen und es konnten sechs neuen Wohnungen als Maisonette errichtet werden. Entsprechend ihres Alters sind die beiden Gebäude mit einem sparsamen Materialeinsatz und wenig Reserven in der Statik und Gründung gebaut worden. In der Konsequenz wurde eine leichte Konstruktion in Holzmassiv- und Holzrahmenbauweise gewählt. Das Besondere hierbei ist, dass auch die Treppenhaus- und Gebäudetrennwände mit ihren hohen rechtlichen und technischen Anforderungen in Holzmassivbauweise, bzw. als Holzständerkonstruktion errichtet werden konnten. Die neue Geschossdecke vereint mit der Holz-Beton-Verbundbauweise die positiven Eigenschaften beider Baustoffe. So wird einiges an Gewicht gespart, eine Holzuntersicht ermöglicht und trotzdem ein guter Schallschutz erzielt. Zur Unterstützung des neuen Tragwerkes wurden 1,20 m hohe und 12 m lange Baubuchenbinder in den Gebäudetrennwänden positioniert. Die Fassade ist mit dunkelgrau beschichteten Faserzementplatten verkleidet. Diese ziehen sich um die Traufkante und verkleiden auch die Dachebene. Insofern bildet die Aufstockung optisch ein neues Dach. Die zurückgesetzten Fassadenebenen sind hingegen mit Holz verkleidet und sollen damit einen Bezug zur inneren Konstruktion herstellen.

Im Zuge der Bauarbeiten wurde weiterhin eine Asbestsanierung durchgeführt und die bestehende Haustechnik auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Dabei wird die vorhandene Heizungsanlage durch Solarthermie unterstützt. Nicht zuletzt wurde der Garten und Erschließungsbereich umgestaltet.

Alles in allem wurden 981 m² neue Wohnfläche geschaffen. Zudem konnte mit dem Erhalt der alten Gebäude und dem Verwenden von ressourcenschonenden Materialien ein kleiner Teil zur Verbesserung der Nachhaltigkeit beigetragen werden.

   
Projektname
Baujahr Bestand: 1960, Aufstockung: 2020
Wohn- bzw. Nutzfläche [m²] Aufstockung: 1018 m²
Wohneinheiten Aufstockung: 10
Geschosse Bestand: 2, Aufstockung: 1-2
Beheiztes Volumen [m³] Aufstockung: 3182 m³
Hüllflächen [m²] Aufstockung: 1202 m²
Faktor A/V Aufstockung: 0,38
   
Bauherr/Bauträger Vermögensverwaltung Grevenau GmbH & Co. KG
Architekt Kantstein Architekten Busse + Rampendahl Psg mbB
Tragwerksplanung KFP Ingenieure GmbH
Bauleitung Kantstein Architekten Busse + Rampendahl Psg mbB
Holzbau Bernd Herbst Zimmermeister
Bauphysik/Energieberater KFP Ingenieure GmbH
Haustechnikplaner IPH Ingenieur- und Planungsbüro für Haustechnik GmbH
   
Konstruktion  
Bauweise Holzrahmen- und Holzmassivbauweise
Gründung Bestand
Primärkonstruktion Mauerwerk Bestand
Außenwände Holzrahmenbauweise
Geschossdecken Holz- Betonverbunddecken
Dach/oberste Geschossdecke Holzsparren mit Eternitdeckung
Innenwände Holzrahmenbauweise
Treppenhauswände Holzmassivbauweise
   
Haustechnik  
Heizung Zur Einhaltung des Erneuerbare- Energien- Gesetz wurde Solarthermie eingesetzt und an das bestehende Nahwärmenetz angeschlossen. Die bestehende Wärmeerzeugung erfolgt über fossile Brennstoffe, in diesem Fall Gas.
Warmwasser Zentrale Warmwasserbereitung – Solaranlage 36% und Heizungsanlage 64%.
Lüftung dezentrale Lüftungsanlage mit Abluft/Zuluft-Wärmeübertrager (Wärmerückgewinnung) Wärmebereitstellungsgrad 85 %
Stromversorgung Netzstrom
   
Förderstandard EneV 2016
Energieeffiziensklasse A
EEWärmeG
spez. Primärenergiebedarf [kWh/m²a] 36,1
spez. Energiebedarf [kWh/m²a] 31,8
Transmissionswärmeverlust [kWh/m²a] 0,41
   
Speichermenge CO2